7. Januar 2015 – Vorbereitungen Atlantik Überquerung

Die letzten Tage nutzten wir nochmals voll und ganz der Vorbereitung für die Atlantik Überquerung. Es ist erstaunlich an was man da alles denken und man alles einkaufen muss. Zum Beispiel im Supermarkt verbrachten wir 4 Stunden und füllten 4 ganze Einkaufswagen mit Lebensmittel welche dann mit 2 Taxis zum Hafen gebracht wurden.012_0006 Las Palmas - Gran CanariaEigentlich wollten wir ja schon am 6. Januar los. Da aber die Wetterbedingungen noch nicht optimal sind werden wir zuerst nach „La Gomera“ übersetzen und dann von dort aus starten.
Ich besuchte noch ein letztes Mal Carlos im Spital. Die Gewissheit, dass er Morgen zurück transportiert wird beruhigt mich und ich kann Gran Canaria mit einem guten Gewissen verlassen

3. Januar 2015 – Fuerteventura

Für Silvester habe ich mir eine Auszeit genommen. Ich reiste mit der Fähre nach Fuerteventura wo sich zufällig auch Mathieu (mein ehem. Mitbewohner) und seine Freundin Ly Chu im Surfurlaub befanden. Am ersten Tag erforschten wir zusammen mit einem Mietauto den Nationalpark ganz im Süden. Es war gigantisch. Einfach wunderschön und nur weiter zu empfehlen. Die restlichen zwei Tage verbrachte ich in „Coralejo“ einer niedlichen kleinen Surfer-Ortschaft mit einer schönen Altstadt und einem regen Nachtleben. Ideal für Silvester welchen ich mit Mathieu und Ly Chu verbrachte.
Es wirklich hat gut getan mal abzuschalten und mit zwei guten Freunden etwas Zeit zu verbringen.011_0072 FuerteventuraZurück in Las Palmas kam auch schon der Neue an
Luca 25J. Appenzeller wohnend in Zürich und angehender Umweltingenieur Master Absolvent an der ETH Zürich. Begnadeter Kite Surfer und Segler
Ein durch und durch cooler Typ.
Und das Beste ist, dass er mit mir meinen mitgebrachten Appenzeller trinkt (Danke Lutzi)

Der Fall „Carlos“

Carlos war kurz nach der Ankunft in Las Palmas krank geworden. Zuerst dachte ich es sei bloss ein einfacher und weit verbreiteter „Hangover“. Aber nach ein paar Tagen musste das ausgeschlossen werden. Denn auch wenn er schon 53 Jahre alt war konnte ein Kater ja nicht mehrere Tage andauern. Wir wollten schon ein paar Mal mit ihm zum Arzt aber er wollte nicht.
Als ich dann am 25. Dezember mit dem kleinen Fahrrad durch Las Palmas fuhr und ständig darüber nachdachte was mit Carlos nicht stimmte, kam mir plötzlich in den Sinn wie er mir erzählte, dass er Anfang des Jahres einen Schlaganfall hatte. Deshalb war er auch körperlich nicht mehr ganz so fit und konnte zwei Finger der rechten Hand nur noch mit viel Mühe einsetzen.
Ich hatte keine Ahnung von den Symptomen eines Hirnschlages. Ich musste mehr darüber herausfinden. Vielleicht war es ja erneut ein Schlaganfall.
Ich fuhr also direkt zum Boot zurück und googelte die Symptome des Schlaganfalls. Müdigkeit, starkes Desinteresse und Lähmungen an Händen, Armen und Beinen sind die Hauptsymptome.
Als ich Carlos dann genau beobachtete stellte ich fest, dass er genau diese Symptome aufwies.
Da er sich nur zwischen den Standorten Bett, Toilette und den Tischrand bewegte, welche sich alle innerhalb von zwei Metern befinden und er seit Tagen fast nichts gesprochen hatte war es sehr schwierig festzustellen, dass er diese Lähmungssymptome an Hand und Bein hatte.
Ich machte Carlos also klar, dass ich mir ziemlich sicher sei, dass er einen erneuten Schlaganfall hatte. Als ich ihm klar machte, dass ich ihn jetzt in jedem Fall in ein Spital einliefern werde, schaute mich nur mit grossen Augen an und willigte ein. Während er sich mühsam, so gut es ging anzog machte ich eine Liste mit den wichtigsten Worten in Deutsch, Englisch und Spanisch um das Ganze erklären zu können. Dann packte ich meinen Rucksack mit allem was man für eine lange Nacht so braucht.
Als er dann bereit war, Pass, Versicherungskarte, etc. auf sich trug, setzte ich ihn in einen Stuhl auf dem Heck des Schiffes und wies ihn an zu warten bis ich Hilfe organisiert habe da ich ihn unmöglich alleine vom Schiff runter und in ein Spital befördern konnte.
Mit dem Fahrrad fuhr ich zur Polizeistation am anderen Ende des Hafengeländes.
Da hier fast niemand eine andere Sprache spricht als Spanisch, auch Polizisten und Ärzte nicht, ist es sehr schwierig jemandem zu erklären was passiert ist und was man will. Mit meiner Übersetzungsliste gelang es mir dann den Polizisten zu erklären was passiert war und zusammen konnten wir einen Ambulanzwagen organisieren. Es war nun etwa neun Uhr am Weihnachtsabend.
Zurück beim Boot mussten wir zu zweit das schaukelnde Boot mühsam an den Steg ziehen und festhalten während drei weitere Rettungskräfte Carlos über das nur 25cm breite Brett auf den Steg transportierten. Carlos war nicht mehr in der Lage selbst zu gehen oder zu stehen. Das machte das Vorhaben sehr heikel. Mit Müh und Not schafften wir es knapp, dass er nicht baden ging.
Danach wurden wir mit dem Ambulanzwagen ins nächste Krankenhaus gebracht wo er untersucht wurde und dann mit einem anderen Wagen ins nächste Krankenhaus in die Notaufnahme. Bis um etwa 2 Uhr morgens durchlief Carlos diverse Untersuchungen und ich erklärte bestimmt acht Mal das ganze Szenario verschiedenen Schwestern und Ärzten. Um halb vier Uhr morgens kam dann nach einer MRT Untersuchung der definitive Befund, dass Carlos wie vermutet einen erneuten Schlaganfall erlitten hat. Dann konnte ich nichts mehr weiter für Ihn tun. Ich ging also zu Fuss zum Boot zurück. Nach einer Stunde Fussmarsch bin ich dann endlich angekommen und viel total kaputt ins Bett.
In den nächsten Tagen organisierte ich alles damit Carlos möglichst schnell behandelt wurde. Da es mitten in den Feiertagen war, erwies sich das als äusserst schwierig. Ich nahm mit der Versicherung Kontakt auf, telefonierte mit Ärzten aus der Schweiz und Deutschland, versuchte immer die neusten Informationen im Spital zu bekommen und informierte dann auch die Familie. Täglich besuchte ich Carlos. Mit dem Fahrrad eine halbe Stunde den Hügel hoch und dann wieder eine Viertelstunde mit Vollgas runter.
Ausser zwei bis drei Worte konnte Carlos nicht mehr sprechen und lag nur die ganze Zeit in seinem Krankenhausbett. Ich habe immer mindestens eine Stunde lang mit ihm gesprochen und erzählt was ich den ganzen Tag so machte. Da in den Tagen keine Physiotherapeuten arbeiteten, fing ich an mit ihm Übungen mit Arm und Bein zu machen, dass er sich wenigstens ein bisschen bewegte, was in diesem Zustand sehr wichtig ist.
Den Rest der Tage verbrachte ich mit Arbeiten ums Boot. Ich war nun alleine für die Vorbereitungen vor Ort verantwortlich.
Aber einmal war trotzdem noch ein kurzer Segelausflug mit dem Segelboot einer Nachbarin der „Rainbow Lady“ und einem lustigen Grüppchen Leute, inklusive einem Tauchgang möglich.
Carlos Laune war von Tag zu Tag besser und er konnte auch Hand, Arm und Bein leicht bewegen. Ab und zu konnte er auch noch ein Wort mehr sagen wie „Ja“ und „Nein“. Das war super und liess uns hoffen, dass er wieder gesund werden wird.
Am 8. Januar wurde Carlos dann nach Liechtenstein zurück transportiert. Ich war riesig froh, dass alles geklappt hatte und er nun zu Hause in Behandlung ist und von seine Familie unterstützt wird.

Ich wünsche Dir Carlos an dieser Stelle nur das Beste, gute Besserung und viel Kraft für deine Therapien damit Du bald wieder die Welt unsicher machen kannst 🙂

25. Dezember 2014 – Las Palmas

Da Kapitän Andreas die Feiertage in Deutschland verbringt und erst am 4.Januar wieder aufs Boot kommt, sollten wir, die Crew diverse Pendenzen rund ums Boot erledigen, so dass wir dann pünktlich am 6. Januar die Atlantiküberquerung antreten können.
Kim hat uns bereits verlassen und Ralph wird die Überfahrt auch nicht antreten. So sind nur Carlos und ich verantwortlich für die Vorbereitungen.
In den letzten Tagen habe ich viel am Boot gearbeitet, fand aber zwischendurch doch mal die Zeit Las Palmas mit dem kleinen Boots-Klapp-Fahrrad zu erkunden. Das war wirklich cool. Bin hier sowieso immer mit dem Fahrrad unterwegs. Es macht riesig Spass so die Stadt kennen zu lernen.
Am 25. Dezember fuhr ich mit dem Fahrrad durch das Bonzen Viertel von Las Palmas. Da Carlos schon seit Tagen sehr krank war, liessen mich die Gedanken daran und was mit ihm wohl nicht stimmte einfach nicht los. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich brach meine Velotour sofort ab und fuhr auf direktem Wege zum Boot zurück.

21. Dezember 2014 – Phänomen „Teufelskreis“

Freitag und Samstag haben wir volle Kanne ausgenutzt und uns ins Nachtleben von Las Palmas gestürzt. Dabei ist mir eine alte Theorie wieder eingefallen welche ich schon vor ein paar Jahren aufgestellt und sich hier erneut bestätigt hatte.
Genau vor 9 Jahren hat mir ebenfalls hier auf Gran Canaria, in Playa del Ingles ein deutsches Mädel gesagt, dass im Partyurlaub die aufdringlichsten Männer immer die Schweizer seien. Damals konnte ich das gar nicht glauben. Wir Schweizer sind doch so kultiviert und anständig. Aber im Verlauf der Jahre und meinen jährlichen Partyurlauben bestätigte sich diese Aussage wiederholt und zuverlässig.
„Wieso“ fragte ich mich ständig.
Das ist eigentlich ganz einfach. Im Verlauf meiner Recherchen wurde mir klar, dass es ein sogenannter „Teufelskreis“ ist. Hier in der Disco, wo man fast nur einheimische, also Spanier / -innen (nicht Schweizer- / innen) findet, kann sich die Spezies „Frau“ frei bewegen ohne die ganze Zeit von einer Horde brünstiger Männer belagert und besabbert zu werden. Das liegt daran, dass wenn man mit einem Mädel quatschen will sie einem beachtet und anständig Antwort gibt und dem Männchen, falls fehlendes Interesse anständig zu verstehen gibt. Worauf Mann sich ohne grosses Tamtam zurückzieht.
So bleibt beiden Geschlechtern auch mehr wertvolle Zeit um diese mit seinen Freunden zu verbringen.
Bei uns muss sich der Mann gleichzeitig mit mehreren Konkurrenten um ein Weibchen häufen und es belagern um auf ein Lächeln und etwas Zuwendung zu hoffen. Meistens erfährt Mann aber nur eine arrogante Abfuhr.
Was allerdings wieder völlig verständlich ist. So schützt Frau sich vor dem bespringen der notgeilen Männchen, welche sich aber so verhalten müssen da Sie sonst offensichtlich sowieso nicht ins Gespräch kommen. Dieses Verhalten steigerte sich im Verlauf der Evolution bis zum jetzigen Zeitpunkt. Und das meine Lieben nenne ich den „Teufelskreis“
Wenn man sich bei uns auf beiden Seiten etwas mehr Mühe gäbe und sich etwas respektvoller benehmen würde, könnte viel ausgelassener gefeiert und kennengelernt werden.

19. Dezember 2014 – Las Palmas

Heute sind wir in Las Palmas, Gran Canaria in einen der grössten Hafen der Welt eingelaufen.
Es ist extrem beeindruckend all die riesigen Frachtschiffe, Öltanker, Kreuzfahrtschiffe, Ölbohrschiffe und Bohrinseln von nahem zu sehen. Dagegen wirkt der Yachthafen (Teil indem die Jachten, Segelschiffe, etc. liegen) verschwindend klein, obwohl dieser auch Platz für tausende kleinere Boote hat. 009_0010 LasPalmas-GranCanariaDie Temperatur ist sehr angenehm. Es kommt schon etwas Ferienfeeling auf 🙂
Die letzten Tage waren sehr streng aber cool. Und jetzt liegen fast 3 Wochen Aufenthalt auf Gran Canaria vor mir. Jiippiiiiihhhh.
Heute ist Freitag und wir sitzen gerade frisch angelegt an unserem Steg auf dem Boot und feiern die gelungene Überfahrt standartmässig mit Cuba Libre 🙂
Zuerst werden wir mal das Wochenende geniessen und es im Nightlife von Las Palmas krachen lassen.

18. Dezember 2014 – Schlafen im Boot:

Seit meiner Zeit im Militär dachte ich, ich könne überall und unter jeder Bedingung schlafen. In engen Räumen auf Mehrstockbetten mit 20 weiteren Männern Schulter an Schulter, im Lastwagen mit 40 Soldaten eingepfercht, während mir bei 3°C der kalte Regen auf der offenen Brücke ins Gesicht peitscht oder im staubigen Schützenpanzer während dieser rüttelnd und schüttelnd über die Übungspisten in Bure donnert und man pausenlos umhergeschleudert wird.
Aber das hier ist nochmals ganz etwas anderes
Schlafen in der Koje während man sich bei starkem Wellengang über das offene Meer bewegt ist nicht ganz einfach in einem so kleinen Katamaran. Da es ein Zwei-Rumpfboot ist, können die Wellen zwischen den Rümpfen brechen und verursachen einen riesen Knall auf die Seitenwand
Man stelle sich vor in einer Holzkiste zu liegen die stark hin und her schaukelt. Alle 30 Sekunden bis 2 Minuten schlägt jemand mit voller Wucht von unten und der Seite mit einem Vorschlaghammer gegen die Kiste, so dass es einem teilweise gar anzuheben scheint wenn die Wellen an den Rumpf krachen. Darunter fliesst ein tosender Bergbach durch und dazu kommt noch das laute Knarren jeglicher Komponenten des Bootes sowie das Schlagen der Leinen draussen auf das Dach oder im Mast welches wunderbar in den Hohlkörper der Koje übertragen wird.
Und wenn dann auch noch die Motoren laufen, welche sich direkt hinter meiner Koje befinden, läuft quasi noch ein voll frisiertes Töffli neben dem Kopf. Zum Glück bleibt man wenigstens trocken
Es scheint fast unmöglich einzuschlafen unter diesen Bedingungen. Es ist zwar ein etwas unruhiger Schlaf aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran.003_0001 Überfahrt Spanien-Marokko

17. Dezember 2014 – Nachtwachen

Seit wir in Mohammedia ausgelaufen sind, haben wir extreme Wetterbedingungen und bis zu 5m hohen Wellen. Es macht zwar enorm Spass aber man wird auch immer hin und her geschleudert.
Vor allem die Nachtwachen sind sehr speziell. Nachts wird es sehr kalt. Ich trage die volle Ausrüstung mit Jacke (Danke Mäthu), kompletter Regenschutz, Zusätzlicher Regenkjacke, Kaputzen, Schwimmweste und Stirnlampe. So sitzt man jede Nacht hinter dem Steuer und beobachtet das Meer und das Radar. Falls nötig muss man immer wieder anderen Schiffen ausweichen.
Wenigsten ist der Himmel klar und man kann enorm viele Sterne sehen und irgendwann um ca. 2.00 geht auch der Vollmond auf und wirft ein schimmerndes Licht auf den weiten dunklen Ozean.
Wenn die 5m hohen Wellen von hinten heran nahen, sieht man einfach eine riesige, schwarze Wand auf einem zukommen. Dann kippt das Boot nach vorne, wird mehrere Meter in die Höhe bewegt, kippt nach hinten und gleitet die Welle wieder nach unten. Ein sehr beeindruckendes Erlebnis008_0037 Überfahrt Marokko-GranCanaria

14. Dezember 2014 – Casablanca bis Marrakech

Die letzten Tage herrschten starke Unwetter, so dass wir in Marokko feststeckten. Die Zeit nutzen wir, um dass nur ca. 30 Zugminuten entfernte Casablanca zu besichtigen. Es war sehr interessant. Die grosse Moschee, der Leuchtturm, die momentan leeren Partystrände und vieles mehr. Zum Abschluss tranken wir noch einige Bier in „Rick‘s Café“ (bekannt aus dem Film Casablanca)
Am nächsten Abend machten wir das Nightlife von Mohmmedia unsicher. Marokko ist lange nicht mehr so prüde wie das Klischee besagt. Heutzutage ist fast alles erlaubt und die Menschen sind sehr aufgeschlossen. Ja auch Alkohol trinken und rauchen ist sowieso überall erlaubt. Im Edelrestaurant / Disco „The Ranch“ liessen wir es krachen bis in die frühen Morgenstunden. Es hatte fast mehr Angestellte als Gäste um den super Service zu gewährleisten. So ähnlich wie damals in Vegas 😉005_0006 Casablanca-MarokkoZwei Tage später besuchten Ralph und ich noch Marrakech. Vier Stunden Zugfahrt am Morgen. Dann Besichtigung der Altstadt. Eine Marktführung durch den Einheimischen Mustapha welcher immer nach mittlerem bis starkem Alkoholmissbrauch roch aber sehr nett war und uns gekonnt durch die ab gelegensten Winkel der Innenstadt lenkte. Dafür bekam er ein dann ein saftiges Trinkgeld. Und zum Abschluss das spektakuläre Schauspiel, der Markt am „Platz der Geköpften“.
Danach musste man wieder vier Stunden mit dem Zug zurückfahren. Zusammen mit hunderten Jugendlichen welche am Fussballmatch Marrakech gegen Casablanca waren. Die Wichtigkeit ist für die Marokkaner zu vergleichen mit einem Match Manchester United gegen Barcelona.
Da war also die Hölle los.

Als wir zurück waren, hatte Kim eine Hand eingebunden. Er musste diese Tagsüber im Krankenhaus nähen lassen da er beim Abwaschen die gläserne Kaffeekanne misshandelte und den Daumen mit seiner unglaublichen Kraft durch den Boden gedrückt hatte 🙂 Zum Glück ist der Daumen noch dran

Morgen werden wir nach fünf Tagen Pause endlich die Überfahrt nach Gran Canaria wagen

13. Dezember 2104 – Delphine

Schon am ersten Tag auf See kamen Delphine um mit dem Boot mit zu schwimmen, herum zu tollen, aus dem Wasser zu springen und uns zu erfreuen. Teilweise reisten Gruppen von 20-30 Delphinen mit uns, bis zu 30 Minuten lang. Einmal war sogar ein kleines, süsses Jungtier mit dabei.
Ich habe ja schon oft Delphine gesehen. Aber noch nie unter diesen Umständen. Das ist schon ein tolles Gefühl vorne am Bug zu sitzen, die Beine baumeln zu lassen und nur einen Meter unter einem spielen die Delphine
Auf unserem weiteren Trip kamen fast täglich weitere Delphingruppen zu Besuch, wie Haustiere 🙂008_0024b Überfahrt Marokko-GranCanaria

10. Dezember 2014 – Mittelmeer

Vor drei Tagen ging es los mit der Überführung nach Las Palmas, Gran Canaria.
Da ich so gut wie keine Segelerfahrung hatte war für mich vieles neu und sehr interessant.003_0017 Überfahrt Spanien-MarokkoNachts musste jeder drei Stunden Nachtwache machen und das Boot führen. Eigentlich wollten wir in Gibraltar einen Tag Pause machen und die Stadt besichtigen. Da wir aber knapp dran waren, passierten wir den Ort und nahmen direkt Kurs auf die Kanaren.
Schade. Hatte ich mir doch vor meiner Abreise noch extra den James Bond Film „Der Hauch des Todes“ reingezogen, in welchem 007 mit einem Fallschirm in Gibraltar landet und danach eine spektakuläre Verfolgungsjagt den bekannten Berg hinunter hat J
Heute mussten wir aufgrund eines Sturmes der von England her Richtung Süden zog in Mohammedia, Marokko einen Stopp einlegen bis der Sturm vorbei gezogen ist.

Matilda of Sydney

So heisst unser Segelboot. Es ist ein Katamaran Typ „Lagoon 380“
11,5m lang und 6,5m breit. Mast-Höhe 17m über Wasseroberfläche und Platz für max. 8 Personen002_0006 CartagenaEin Hauptsegel und eine Genua (kleineres Vorsegel)
Zwei 30 PS Dieselmotoren.
Baujahr 2003 in Frankreich
Die ersten 5 Jahre war Matilda im Charterbetrieb in Griechenland. Später wurde Sie von Andy und Jane, einem englischen Paar welches in Sydney lebt, gekauft.
Dem Ziel das Boot dahin zu überführen steht aber Andy’s Knochenmarkkrebs-Behandlung im Weg. Deshalb baten Sie Andreas die Matilda zu überführen. Andreas, welcher gerade sein eigenes Boot am Verkaufen war, willigte spontan ein, diesen Katamaran ein ganzes Jahr lang um die halbe Welt nach Sydney zu überführen. Ende 2015 wird er dort ankommen.000 Screen Shot 11-28-14 at 05.14 PM

5. Dezember 2014 – Ankunft Cartagena

21.30 Nach einer 39 Stunden Busreise bin ich endlich in Cartagena auf dem Boot angekommen.
„Matilda of Sydney“ ein Katamaran, Typ „Lagoon 380“. Ein tolles Boot.
http://www.ocean-experience.de/

Ich lerne die Crew für die nächsten 2 Wochen kennen.
Wir werden bis Las Palmas, Gran Canaria 5 Männer an Bord sein

Da wäre Andreas „El Capitan“ oder “Skipi”,
34J., Berliner Wirtschaftsingenieur. Letzte Anstellung bei VW.
Spezialist mit allem was auf oder im Wasser stattfindet.
Segelspezialist, Kite-Surfer, PADI-Instructor, etc… Nur die Wassergeburt hat er noch nicht selber miterlebt 🙂
Cuba-Libre und Havanna-Zigarren-Liebhaber

Kim „Der Kameramann Techniker“
Kölner 41J. Arbeitet beim Deutschen Fernsehen und hat unteranderem für die Produktionen „Das Missen Massaker“ von Michael Steiner und den Hollywood Blockbuster „Rush“ von Ron Howard gearbeitet.
Begnadeter Surfer und Segler und teilt die Koje mit mir

Karl-Heinz „Don Carlos“ der Ur-Liechtensteiner
53J. Ehemaliger Versicherungsvertreter und mit absolut allen Wassern gewaschen.
Arbeitete Jahrelang auf Hochseeschiffen als Koch, lebte ein paar Jahre in Südamerika. Eröffnete dort ein Damenunterwäsche-Import sowie ein -Geschäft, wandelte es dann in ein Restaurant um und versuchte sich später in Lichtenstein als Bar-Chef bevor er in die Versicherungsbranche wechselte.
Nun stieg er aus um nochmals die Welt unsicher zu machen

Ralph „The CO“
57J. Führt irgendein eine Autovertretung od. ähnl. in einem Vorort von Berlin. Hat gerne Sonne und Alkoholfreies Bier, versucht sich in der Freizeit als Hobby-Immobilien-Händler und besitzt 2 kleine Segelboote.

Und dann noch „Ich“
……………………………………………… 🙂

5 Jungs wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten und trotzdem bin ich guter Dinge, dass wir zu einem guten Team zusammenwachsen werden